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Märchen, Geschichten, Legenden ... Gedanken einer Elbenfrau


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Lass Dich entführen... Ich bin die Erzählerin und möchte Dich mitnehmen auf eine Reise der Phantasie...
"Geschichten sind Anfänge. Wir laden sie ein, mit uns zu leben. Als Dank für unsere Gastfreundschaft verraten sie uns, was sie wissen. Wenn sie weiterziehen möchten, werden sie es uns zu verstehen geben. Dann übergeben wir sie an einen anderen Menschen." (Von einem Geschichtenerzähler vom Stamme der Cree)
Dieses Tagebuch startete ich am 13. Juni 2005. Ich begann damit die Geschichte des kleinen Drachen Hab-mich-lieb zu erzählen... Ende August endete das Märchen und ich schrieb eine Legende auf... Nun, Mitte September ist auch diese zweite Fortsetzungsgeschichte vollendet... Das Tagebuch von Adam und Eva ist geschlossen... es endete mit Evas Tod... (beide Geschichten sollte man von Anfang an lesen - Tipp die vergangenen Monate kann man mit Hilfe der < Linkspfeile aufrufen).

Nundenn, eine Erzählerin hat ja einen reichen Geschichtenschatz ... deshalb werde ich weiter erzählen und Ihr werdet weiter lesen können und Euch vielleicht hier und da wiederfinden ... nachdenken ... schmunzeln ... verstehen ... lernen ... Ich weiß, dass es schwierig ist hier Kommentare zu hinterlassen, doch das ist auch nicht das Wesentliche ... wichtig ist, das man zuhört ... wenn ich "vorlese". An dieser Stelle sei gesagt, dass ich gerne die Geschichten wirklich erzählen würde ... mit Stimme und Musik, also, wenn Freenet sowas einrichtet - ich wäre dabei!!!

Ich bin
auf dem Weg
ich suche
um zu finden

um doch
nie anzukommen
nie zu finden

besser
gehen
suchen

als stillzustehen
abzuwarten
ob ich gefunden werde




Verfasst am 30.04.2010 17:11:13 Uhr
Ich bin wieder hier... in meinem Revier... war nie richtig weg... hab mich nur versteckt...
Wann war eigentlich mein letzter Eintrag...
Keine Ahnung, irgendwann im letzten Jahr glaube ich...
Viel ist seitdem passiert, sehr viel. Gutes und auch weniger Gutes, aber das Leben es ist eben kein Zuckerschlecken hat mein Opa schon immer gesagt, aber was ich in den letzten Monaten erlebt habe war alles andere als süß. Es war eine Prüfung für mich, unsere Ehe, meine ganze Familie, Freunde, mein Theaterensemble... Ich, die sehr aktive Elbenfrau wurde ausgebremst, vom Leben... Ein sehr komplizierter Bruch im Bein legte mich 3 Monate an die Kette... naja, an die Krücke... und das in diesem Winter, der wirklich mal ein Winter war, Eis und Schnee die ganze Zeit. Normalerweise hätte ich den Winter genossen, viele schöne Spaziergänge gemacht, aber diesen Winter... nunja...
2 Tage vor Weihnachten... vorbei war es mit der Feierstimmung...
Weihnachten durfte ich noch zu Hause verbringen, als Mutter schon gut, aber was war das für ein Weihnachten... ich mag gar nicht mehr dran denken...
Und Sylvester??? Das 6 Gänge Menue genoss (?) mein Mann alleine und ich??? Lag in der Klinik, frisch operiert, Gott sei dank ohne Zimmernachbarin (die hatte ich alle vergrault ) und mit totgeschaltetem Telefon, so eine Sch . Es war das einsamste und schlimmste Sylvester meines Lebens... Am Neujahrstag kam ich dann aber raus, dank meines Kämpfergeistes!!!
Doch dann fing es an, Demut üben... Für alles braucht man Hilfe, für wirklich alles... so möchte ich NIE wieder leben!!!
Aber Schwamm drüber, seit drei Wochen bin ich krücken- und Rollstuhlfrei und fange langsam wieder an zu leben... langsam und mühevoll kämpfe ich mich zurück ins Leben.
Naja, wenn man selbständig ist kann man halt nicht einfach so einen gelben Zettel abgeben und sich auf die Couch setzen und in meinem Job geht das sowieso nicht, meine Kundschaft ist ohne mich im wahrsten Sinne des Wortes aufgeschmissen, also kranksein, nene, das geht gar nicht!
Aber umso dankbarer sind sie mir heute und ich bin stolz auf mich, weil ich es geschafft habe. Und stolz bin ich auch auf meinen Mann, der den Spruch "in guten und in schlechten Zeiten, in Gesundheit und in Krankheit" wirklich ernst genommen hat. Ich bin ja nie ein einfacher Mensch gewesen, aber in diesen fast 4 Monaten war ich wirklich .
Auch meine Schauspieler bekamen das hin und wieder zu spüren, eine Regisseurin die eigentlich auf der Bühne rumspringt und einen an den Schultern packt und hinschiebt wo sie einen haben will muss unten vor der Bühne im Rollstuhl sitzen, das geht gar nicht... Auch denen sei hiermit öffentlich gedankt. Und nicht zuletzt meinen Kindern!!! Das sind ja sowieso die reinsten aber in dieser Zeit haben sie wirklich viel aushalten müssen, ich weiß jetzt umso mehr wie sehr ich sie liebe .
Irgendwie ist dieser Eintrag umtypisch für mich... gar keine Geschichte... nunja, wie auch immer, ich habe es mir mal von der Seele geschrieben, und da sind doch einige wenige Menschen die mich real kennen und diesen Eintrag zu lesen und verstehen wissen.
Für alle anderen, die mich noch nicht kennen setze ich hier mal einen Songtext ein. Dieses Lied habe ich im Radio gehört und gedacht, die spricht mir aus der Seele.
Eigentlich wollte ich ihn in den Profiltext setzen, aber auch auszugsweise akzeptiert freenet das nicht, ist wohl zu lang...
Nunja, zumindest haben sie mal mein Foto freigegeben. Ist ja gar nicht so einfach wie früher... Ich wollte nämlich nicht irgendein Bild, sondern eines auf dem man mich zwar sehen kann, aber nicht gleich auf der Straße wiedererkennt. Nicht das mir hier irgendwas peinlich wäre, aber ich möchte eben nicht von Hinz und Kunz angequatscht werden, werde ich ja eh schon, kommt wohl von unserem öffentlichen Leben, das bringen halt unsere Hobbys und mein Job mit sich...
Also, jetzt aber statt der üblichen Geschichte der Songtext, auszugsweise, er ist von Annett Louisan.

du fragst mich wann bist du gebor´n
du wüßtest gern
was für ein Sternzeichen ich bin
sonst macht das ganze zwischen uns
vielleicht am Ende keinen Sinn
gar keinen Sinn
du willst den Tag und auch die Zeit
ich sag’s dir gern
das war heut’ früh so gegen zehn
ich werde täglich neu gebor´n
um meinem Schicksal zu entgeh´n
ihm zu entgeh´n, auf wiederseh´n
ich definier’ in mir das Tier
fast täglich neu

ich bin ein Schmetterling im Bauch
der keinen Hauch zum Fliegen braucht
und werd’ zum Igel, wenn man klammert mit der Hand
ich hab ’ne Maus im dritten Haus
kenn’ mich mit jedem Käse aus
und geh’ gezielt und arrogant durch jede Wand

dein Blick ist kühl und voller Mitleid
als du sagst:
"ach du scheiße ´n Widder" und wortlos gehst
ich seh’ dir nach und denke, hmm
endlich ein Mensch, der mich versteht
der mich versteht
und sofort geht

ich bin als Esel ziemlich stur
geh’ meine eig’nen Wege nur
und werd’ zur Schlange wenn man zu lange an mir zieht

wenn diese Zeichen dir nicht reichen
deine Aspekte abzugleichen
dann glaub’ ich auch, dass ich mit dir nicht funktionier’

In diesem Sinne liebe Grüße von einer Widderfrau, die das gerne ist...

Eure Erzählerin.
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Verfasst am 04.04.2009 11:02:38 Uhr
Gib jedem Tag eine neue Chance...
Es ist gar noch nicht so lange her... da fuhr ich in meinem Auto und schaute in den Himmel hinauf... dort stand ein Regenbogen... ein Regenbogen...
Ich war so durcheinander an diesem Tag, Tränen liefen mir über´s Gesicht... Dort, auf der anderen Seite des Regenbogens, dort vermutete ich einen Freund...
Wir waren uns einmal sehr, sehr nahe, ich glaube unsere Seelen sind es nach wie vor, wir sind seelenverwandt... Wir sind Träumer, alle beide, doch in Traumwelten lebt es sich nicht gut, man muss schon in der Realität agieren, doch das träumen, es ist so schön und so lassen wir es uns nicht verbieten...
Was wäre die Welt ohne Träume, ohne Hoffnungen, und, ich frage euch, was ist schon dabei manchmal einfach aus dem Alltag zu entfliehen in eine Traumwelt?! Man darf nur den Weg zurück nicht verlieren, dann ist alles gut, denke ich.
Aber an diesem Tag, an diesem Tag da wurde alles Realität. Der TOD war in mein Leben getreten, nicht zum ersten Mal, nein, doch so überraschend, so kalt, so erschütternd...
Ich bekam eine mail, eine mail von einer mittlerweile sehr lieben Freundin. Jemand sei gestorben, jemand der uns beiden sehr viel bedeutete. Ich konnte, ich wollte es nicht glauben und auch sie hat sich lange zerfleischt bis sie mich angeschrieben hat. Wir hatten sehr viel Kontakt in dieser Zeit, telefonisch zwischendurch sogar eine Standleitung... trösteten uns, machten uns Mut.
Und ich, ich wurde aktiv, und wie. Ich schrieb in einem anderen Forum sämtliche Kontakte dieses Menschen an, über fünfzig und fragte nach... ist er tot??? Ich habe eine Menge Unruhe gestiftet, viele nette und auch ein paar weniger nette Menschen kennengelernt... doch die rechte Antwort bekam ich nicht, keine 100 prozentige Gewissheit, gibt es die überhaupt???
Und dann griff ich zu harten Bandagen, deshalb auch dieses Lied:

Ich schlüpfte, wie schon so oft vorher auf der Bühne in eine Rolle, wurde Rechtsanwaltsangestellte und begab mich auf Ahnenforschung. Und das an ganz offiziellen Stellen... Ich habe eine ganze Stadt unsicher gemacht, habe telefoniert, geforscht... und... siehe da, ich hatte Erfolg. ER LEBT!!! Ich konnte endlich vermelden was ich insgeheim immer wusste...!!!
Doch die Methoden zu denen ich gegriffen hatte schlugen Wellen, höher als manch einer vermuten würde. Ich kam in Kontakt mit Menschen und erfuhr Dinge die ich nicht veröffentlichen werde.
Ich hatte mich eingemischt, in das Leben eines Anderen. Durch mich, durch meine Nachforschungen kam eine Lawine ins Rollen, hat sie ihn überrollt??? Und wenn ja, soll ich mir jetzt Vorwürfe machen? Ich, die ich eine Schneeflocke fallen ließ? Der ganze Schnee, der mitgerissen wurde, der war nicht von mir dort angehäuft, den hatte dieser Mensch selber dorthin geschoben. Vielleicht war es nicht in seinem Sinne, doch ich glaube nach wie vor, es war gut, dass diese Lawine abgegangen ist. So ist die Wiese wieder frei und wenn er sie richtig pflegt, dann kann sie grünen, wachsen und gedeihen, ja vielleicht sogar wieder blühen... Alles im Leben hat doch seinen Sinn, oder??? Und so kann ich für mich sagen, ich habe viel gelernt in dieser Zeit, habe eine Freundin gewonnen, habe einen Freund wiedergefunden, habe buchstäblich Tote zum Leben erweckt, habe Weltbilder ins Wanken gebracht und eine Person kennengelernt die mir ganz neue Einblicke verschafft hat. Unter anderen Umständen hätten wir beide uns sicher blendend verstanden und es juckt mich in den Fingern diese Person zu fragen wie es geht, heute, im Frühling, so ohne den Schnee auf der Wiese...
Eine Geschichte wollte ich euch auch dazu erzählen, eine Metapher sozusagen...
Aber das Vorwort ist heute schon sehr lang geworden, so werde ich die Geschichte kurz halten... Eigentlich ist es gar keine richtige Geschichte, mehr eine Lebensweisheit,...
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ZIELE GEBEN DIR NICHT DEN GRUND,
MORGENS AUFZUSTEHEN;
SIE SIND AUCH DER ANREIZ,
DER DICH DEN GANZEN TAG ÜBER IN BEWEGUNG HÄLT.
Harvey Mackay

Jeder Tag gibt mir die Möglichkeit, neue Entscheigungen zu treffen. Manchmal wirft meine Vergangenheit einen Schatten auf die Gegenwart. Ein frischer Blick, eine neue innere Einstellung und die Entschlossenheit, die alten Lasten über Bord zu werfen, erleichtern den Weg der Genesung. Ich lerne, Hindernisse zu umgehen oder über sie hinwegzusteigen und mich durch alles hindurchzuboxen, was den Weg zum Erfolg versperrt. Wenn ich zu viel zurückschaue, sehe ich weder die Stolpersteine vor mir auf meinem Weg noch die neuen Pläne für meine Zukunft. Ich freue mich auf morgen.
Der beste Teil meines Lebens liegt vielleicht noch vor mir!
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In diesem Sinne, schaut nach vorn!!! Morgen ist vielleicht der beste Tag eures Lebens!!!
Seid gegrüßt von eurer Erzählerin.
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Verfasst am 25.03.2009 17:19:32 Uhr
Es ist vollbracht...
Eine harte, anstrengende aber auch schöne Zeit liegt hinter mir.
Ich habe ein Ensemble von 16 Schauspielern dahin geführt wo sie hingehören... auf die Bühne! Die Zuschauer waren begeistert, die Pressearbeit für die ich anfangs belächelt wurde, "willst du wirklich im Umkreis von 50 km Artikel in sämtlichen Kulturteilen der Zeitungen veröffentlichen?", hat sich gelohnt. 260 Zuschauer bei der Premiere, 350 am zweiten und 250 am dritten Abend konnten sich vor Lachen kaum halten. In den Vorjahren waren wir froh wenn wir 150 - 200 Stühle vollbekamen...
Und ich, die Regie, die zum Schluss auch noch eine ganz besondere Überraschung für ihr Ensemble bereit hatte habe mein Bestes gegeben!
Als 20er Jahre Nummergirl bin ich mit den Kalenderblättern über die Bühne geschwebt und es hat mir Spaß gemacht.
Aber jetzt, jetzt fühle ich mich wie Klinsmann nach der WM, ausgepowert...
Und deshalb passt das Lied hier wunderbar, also, ihr Lieben, heute keine Geschichte die ich euch erzähle, oder doch? Ich erzähle sie euch mit einem Lied, diesem Lied...

Wie gern wäre ich DA DABEI gewesen, wer mich kennt weiß auch genau warum!!!
Vielleicht lasse ich ja wieder ein bisschen mehr von mir hören...
Vielleicht...
Bis dahin, alles Liebe eure Erzählerin!
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Verfasst am 27.12.2008 16:33:19 Uhr
Die letzten drei Türchen
Wieder zu spät, ich weiß, aber bitte, seid nachsichtig mit mir, ich hatte wirklich eine Menge zu tun...
Aber alles ist gut gelaufen, alle Geschenke gut verteilt, es flossen nur Tränen der Freude, kein Krach, ein schöner Gottesdienst, lange Familienzeiten, einfach herrlich!
Ich hoffe, der eine oder andere hat auch die eine oder andere Weihnachtsminute genießen können!
Deshalb jetzt die letzten Türchen an meinem Adventskalender!

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Das 22.Türchen

Heute Nacht träumte ich von einem Erdbeben. Wild wurde ich hin- und hergeschüttelt, die Naturgewalt kannte kein Erbarmen und schließlich brüllte sie/er in mein Ohr:
"Wach endlich auf! Sonst schaffen wir es nie zum Nordpol!"
Nordpol???
Vorsichtig öffnete ich ein Auge und sah einen wütenden Wichtel, der unablässig an mir herumzerrte. "Wieso Nordpol? Was soll ich da? Warum soll ICH da hin?"
"Du bist die Hüterin der Türen. Also, steh endlich auf und geh hindurch. Der Weihnachtsmann höchstpersönlich hat sich bereit erklärt, Dir ein Exklusiv-Interview zu geben. Also los! Gehe zu Türchen 22."

Und so geschah es.
Doch lest selbst was ich im 22. Türchen erlebte.

"Hallo !"

"Guten Tag, ich freue mich sehr. Wie darf ich Sie anreden?"

"Wie hast Du mich denn früher genannt?"

"Na, Weihnachtsmann, aber da war ich gerade mal acht Jahre alt. Das ist schon eine ganze Weile her."

"Ach was! Mir kommt es vor wie gestern. Also bleiben wir bei Weihnachtsmann."

"Also gut. Was hat Sie dazu veranlasst, nach Jahrhunderten der Zurückhaltung, jetzt ein Interview zu geben?"

"Wie Du weißt, wurde auch schon früher versucht, an meiner Existenz zu zweifeln. Aber solche Gerüchte ließen sich meist leicht aus der Welt schaffen.
Denke an Virginia O´ Hanlons Brief an die "New York Sun" von 1897!"

"Ja, ich erinnere mich. Virginias Freunde hatten behauptet, es gebe keinen Weihnachtsmann. Ihr Vater riet ihr, an die Zeitung "Sun" zu schreiben, da die alles wisse. Und der Chefredakteur Francis Church antwortete dem 8jährigen Mädchen, dass es einen Weihnachtsmann gebe, der unsterblich sei."

"Ja, der Mann wusste Bescheid. Aber heute ist das nicht mehr so einfach. Eure neuen Medien sind voll mit angeblichen Beweisen für meine Nicht-Existenz. Also rieten mir meine Wichtel und Rudolph zu diesem Schritt."

"Ah ja. Weihnachtsmann, warum leben Sie am Nordpol?"

"Dafür gibt es mehrere Gründe. Erstens habe ich hier viel Platz und bin ungestört. Zweitens fühlen sich meine Renntiere nur hier richtig wohl."

"Rudolph und seine 8 Kollegen?"

"Ja. Donder, Cupid, Dasher, Dancer, Prancer, Comet, Blitzen und Vixen. Du musst schon alle beim Namen nennen. Rudolphs Popularität bietet immer wieder Anlass für Eifersüchteleien. Du weißt ja sicher, dass er das Leittier ist, nicht wahr?."

"Gut. Ich werde es mir merken. Warum sind Ihre Renntiere so schnell und warum können sie fliegen?"

"Ich füttere sie mit ganz besonderem Zauberkorn! Deshalb können sie als einzige Renntiere weltweit fliegen und zwar mit 3000 facher Schallgeschwindigkeit!"

"Das ist beeindruckend! Weihnachtsmann, stimmt es, dass Coca-Cola Ihre Dienstkleidung entworfen hat?"

"Das würde denen gut gefallen, aber es entspricht nicht der Wahrheit. Moritz von Schwind malte mich bereits 1847 als "Herr Winter". Aber der Illustrator Thomas Nast hat mich als erster in meiner Arbeitskleidung porträtiert, für die Zeitung "Harpers", 1863. Die berühmte Cola-Werbekampagne fand dagegen erst im Jahr 1931 statt. Haddon Sundblom hat mich damals porträtiert. Aber ich will nicht undankbar sein. Bis 1966 zeichnete Haddon für diese Firma jede Weihnachten ein neues Porträt von mir."

"Ihr Schlitten ist immer noch nicht motorisiert. Warum?"

"Wozu habe ich meine geliebten Renntiere? Mit Motor wäre ich auch nicht schneller, würde aber die Luft verpesten!"

"Sehr vernünftige Einstellung. Seit wann verteilen Sie Geschenke an die Kinder?"

"Eigentlich schon sehr lange. Aber Kaiserin Thephanu, die griechische Gemahlin von Otto II. hat den Weihnachtskult im 10. Jhdt. in Deutschland sehr gefördert. Im 12. Jahrhundert bin ich dann auch nach Frankreich und Holland gefahren und habe schließlich alle europäischen Kinder mit Geschenken bedacht, bis hin nach Russland. Nach Amerika bin ich 1821 zum ersten Mal gereist."

"Wie schaffen Sie die ganze Arbeit?"

"Zunächst bin ich ja schon ein alter Hase, wenn ich mal kurz einen Kollegen erwähnen darf. Dann kommt hinzu, dass ich glücklicherweise nicht überall am gleichen Tag hin muss. Außerdem habe ich viele Freunde, die mich unterstützen."

"Ja???"

"Ja, also allein würde ich es nicht schaffen."

"Und wer...?"

"In Deutschland, Österreich, Schweiz, im Elsass, in Italien und in Holland geht am 6. Dezember mein alter Freund Nikolaus aus Patara zu den Kindern. Knecht Rupprecht, Hans Trapp, der Pelzmärtel, der Krampus und andere unterstützen ihn dabei. Und am Heilig Abend übernimmt dort das Christkind die Gabenverteilung.
An Weihnachten habe ich dann die meiste Arbeit. Da fahre ich nach England, Frankreich, Amerika, Australien und in viele andere Gegenden. In Schweden übernimmt der Elf Juletomte das Weihnachtsgeschäft für mich. In Norwegen unterstützen mich Julmann und die Julnissen.
In der Nacht zum 1. Januar hilft mir der heilige Vassilius in Griechenland die Geschenke für die Kinder zu bringen.
In Gegenden wie Russland, Puerto Rico, Mexiko und Südamerika werde ich erst am 6. Januar erwartet. In Italien hilft mir die gute Hexe La Befana an diesem Tag und in Russland erhalte ich von Väterchen Frost und Babuschka tatkräftige Unterstützung."

"Das hört sich trotzdem nach einem gewaltigen Pensum an!"

"Das ist schon richtig, aber dank meiner Freunde schaffe ich es. Außerdem bin ich ja ausschließlich für die Kinder zuständig."

"Ja, leider. Wir Erwachsenen hätten einen Weihnachtsmann ebenfalls nötig.
Eine persönliche Frage, was mögen Sie an Ihrer Arbeit am wenigsten?"

"Weißt Du, ich liebe natürlich meinen Beruf, lediglich........"

"Jaaa???"

"Nun, das Kaminrutschen fällt mir immer schwerer, aber die englischen, französischen und amerikanischen Kinder erwarten das von mir. Was soll da ich machen?"

"Weihnachtsmann, haben Sie schon oft mit Erwachsenen über Ihre Arbeit gesprochen?"

"Eigentlich nicht. Washington Irving fällt mir da ein, der Schriftsteller. Er hat über mich geschrieben und leider verraten, dass ich am Nordpol wohne."

"Sonst mit niemandem?"

"Doch, da war noch Dein Landsmann Heinrich Hoffmann von Fallersleben. Er hat sich so gefreut, dass er ein Gedicht für mich geschrieben hat. Du kennst es!"

"Ähm ????"

"Morgen kommt der Weihnachtsmann.......
Aber wir müssen jetzt zum Ende kommen, die Renntiere müssen gefüttert werden, der Schlitten geölt, ja die Arbeit hört nicht auf. Schließlich steht Weihnachten vor der Tür.
Noch eine Frage an Dich , warst Du vergangenes Jahr auch brav?"

"Na ja, ähm, sehr geehrter Weihnachtsmann, ich danke Ihnen für dieses Gespräch!"

Aus, Ende, Schnitt! ************************************************************************************

Das 23.Türchen

Es war noch dunkel, als das kleine Kerlchen mit der roten Zipfelmütze sacht an das 23. Türchen klopfte. Da zu dieser frühen Stunde alle Bewohner des Hauses noch schliefen, schlüpfte er ganz leise durch die Tür und den Flur in die gute Stube. Dort stand schon ein Tannenbaum, in seinem grünen Kleid. Auf der Anrichte, wo schon allerlei Leckereien für das Fest aufgebaut waren, sah der Kugelrunde Mann einem Brief liegen. Das Briefpapier war schon etwas vergilbt. Da kugelrunde Männer mit weißen Bärten von Natur aus neugierig sind, entfaltete er den Brief und las ...

"Wer kann wohl so schön schreiben?", fragte er sich beim Lesen.

Hier der Inhalt des Briefes:

"Also, meine liebe Mama, einen herzlichen Kuss in der feierlichen Weihnachtsstunde, der stillsten im Jahr, der heimlichsten, in der immer noch im Unsichtbaren sich Wünsche bis zum Äußersten anspannen und wunderbar erfüllen: verbringe sie in einer tiefen großen Sammlung Deines Herzens, lass allen Zweifel und alles Nichtverstehen aus, wir haben eine Stelle in uns an diesem Abend, wo wir einfach Kind sind, das erwaret, vertraut und unbeirrbar dasteht in seinem Recht auf große Freude: dies ist Weihnachten, einmal im Jahr diese Erwartung in sich fühlen, dieses feste durch nichts enttäuschte Anrecht, - fühlen, dass das Erwachsene, das jetzt über uns ist, nicht weniger, nein, mit viel mehr, mit Unendlichen uns überraschen will, dass im Grunde unsere größten Wünsche, wenn wir sie nur recht ins Herz fassen, nicht unerfüllt bleiben können, dass wir gar keinen Moment den Wunsch, sondern eigentlich immer schon eine kleine Erfüllung in uns tragen, die wir der Pflege Gottes überlassen müssen, der sie großzieht und zu Ansehen bringt in unserem Erdreich. Dies sind - liebste Mama - meine Weihnachtsgedanken zu Dir hin, empfinde sie in ihrer Wärme und lass sie zusammen mit den Deinen den Raum um Deinen Herzen erfüllen."

"Hmm", machte das Wichtelmännchen, "das ist ja alles ganz schön gesagt, aber auch ganz schön kompliziert, oder"? Er las den Text noch mal, draußen fing es schon an zu dämmern ...
"Nun will ich aber wissen, wer seiner Mutter diesen Weihnachtsbrief geschrieben hat!"

Kannst Du unserem Weißbart helfen?

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Das 24. Türchen

Heute am 24. Dezember erschien der kleine Kerl recht entspannt und suchte auch nicht lange nach der Tür,
„Na endlich! So muss es sein!“ sprach er und verschwand grinsend.

Zögernd ging ich zur Tür.
Ich war in der letzten Zeit schon recht neugierig geworden, was sich hinter meinen Türen so abspielte..
Als ich so meine Hand auf der Klinke legte, öffnete sich die Tür und ich schrak zurück...
Vorsichtig sah ich um die Ecke und erblickte zu meinen Erstaunen einen gemütlichen Raum mit Kamin und einem Feuer.

Noch unschlüssig betrachtete ich das Feuer und den seltsamen Raum.
Die Neugier siegte aber doch und ich ging vorsichtig hinein.
Auf der gegenüberliegenden Seite war der Kamin, darüber hing eingerahmt hinter Glas ein Text. Ich ging langsam zum Kamin, bis ich den Text lesen konnte.
Es war ein schöner Text, der mich aber auch nachdenklich stimmte:

"Es gibt in jeder Woche zwei Tage, über die wir uns keine Sorgen machen sollten.

Einer dieser zwei Tage ist das Gestern.
Alles Geld dieser Welt kann das Gestern nicht zurückbringen.
Wir können keine einzige Tat, die wir getan haben, ungeschehen machen.
Wir können nicht ein einziges Wort zurücknehmen, das wir gesagt haben.
Das Gestern ist endgültig vorbei!

Der andere Tag, über den wir uns keine Sorgen machen sollten, ist das Morgen - mit seinen möglichen Gefahren, Lasten, Versprechungen und Hoffnungen.
Auf das Morgen haben wir keinen Einfluss.
Morgen wird die Sonne aufgehen, entweder in ihrem Glanz oder hinter einer Wolkenwand.
Aber eines steht fest:
Sie wird aufgehen!
Bis sie aufgeht, sollten wir uns über Morgen keine Sorgen machen.

Somit bleibt nur ein einziger Tag übrig: H E U T E

Und diesen Tag sollten wir bewusst erleben.
Über etwas lächeln.
Jemandem ein nettes Wort schenken.
Einen alten Freund anrufen.
Es gibt so viele Dinge, die den heutigen Tag wertvoll machen - Carpe diem, nutze den Tag"

Langsam schritt ich vom Kamin zurück. Ich dachte über das Gelesene nach, und beschloss, mich ab heute mehr auf das Jetzt zu konzentrieren.
Damit mir das leichter fiele, beschloss ich, mir jeden Tag eine Sache aufzuschreiben, die besonders schön oder besonders wichtig oder besonders wertvoll war.

Und ich dachte mir, dass es bestimmt viele Menschen gibt, denen heute, am Heiligen Abend, etwas Schönes, Aufregendes, Wichtiges oder Besonderes passiert.

Darum frage ich euch: Was für schöne Geschichten habt ihr heute erlebt?

Schreibt es hier her, ich bin wirklich gespannt!
Würde sie gern nach den Feiertagen lesen.

Ich hoffe ich konnte euch mit meinem Adventskalender eine kleine Freude bereiten.

Liebe Grüsse eure Erzählerin
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Verfasst am 21.12.2008 12:52:41 Uhr
Viele, viele Türchen...
Ich war einige Tage nicht hier, hat mich jemand vermisst? Hat jemand gemerkt, dass ich nichts geschrieben habe??
Schade das so wenige von meinen Lesern einen Kommentar hinterlassen, so weiß ich gar nicht ob der Adventskalender "ankommt"...
Nunja, ich habe es angefangen, jetzt ziehe ich es auch durch, so bin ich eben...
In der letzten Woche ist viel passiert. Ich war sehr krank und musste trotzdem arbeiten...
Eine harte Woche, doch jetzt ist erstmal Urlaub angesagt, doch viel Arbeit liegt trotzdem vor mir!
Und weil ich jetzt gleich kochen muss... hier nun alle Türchen, von der 16 bis zur 21 hintereinanderweg...
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Das 16.Türchen

Das Klingeln der Glocke riss mich aus meinem Tagtraum, das ich auf einer einsamen Insel mit meinem Traummann faulenzen würde.
Na ja, auch nett hier...*grmpf*

Der kleine rote Kerl war schon in der Tür mit der Nummer 16 verschwunden.
Ich schlich mich an die Tür um nachzusehen was da wohl sei, aber schon stieß er die Tür wieder auf und
gab mir wortlos den Zettel in die Hand und schon war der heutige Besuch wieder vorbei.
Diesmal las ich den Zettel und schloss danach den Laden ab.
Mh, ein Rezept! Klasse, ich wollte eh noch einkaufen!
Beschwingt ging ich meinen Besorgungen nach!

REZEPT: Orangenschneebälle:

250g weiche Butter,
70g Puderzucker,
2 Eßl. abgeriebene Schale von 1 unbehandelten Orange,
1 Eßl. Orangensaft,
350g Mehl,
60g Zucker

Butter in einer Schüssel schaumig rühren. Puderzucker unterrühren. 1 Eßl.Orangenschale, Orangensaft und so viel Mehl wie möglich unterrühren. Restliches Mehl unterkneten. Aus dem Teig nach und nach kleine Bällchen(ca.2 cm. Durchmesser)formen und auf ein Blech setzen.
Bei 160°-170° 15-18 Min. Backen. Etwas abkühlen lassen. Zucker und restliche Orangenschale im elektrischen Zerkleinerer durchmischen. Orangen-Schneebälle noch warm darin wälzen.
Auskühlen lassen.

LECKER!

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Das 17. Türchen

Ich hatte schon auf das Klingeln der Glocke gewartet und war darum gar nicht überrascht den kleinen roten Kerl wiederzusehen.

Genau wie sonst auch stürmte er in den Laden ohne mich eines Blickes zu würdigen...schnurstracks ging er auf die Türen zu sah kurz auf die Hausnummer und verschwand in der Nr.17
Schon nach kurzer Zeit war er wieder da, einen Zettel in der Hand kam er grummelnd auf mich zu und brummte:
*Das ist zwar nett, aber das suche ich nicht- hier nimm du es!*
Und dann stürmte er aus dem Laden und ließ mich mit dem Blatt Papier zurück. Vorsichtig begann ich zu lesen:

Bis Weihnachten ist´s nicht mehr weit
von Rolf Krenzer

Dicke rote Kerzen, Tannenzweigduft,
und ein Hauch von Heimlichkeiten liegt jetzt in der Luft.
Und das Herz wird weit. Macht euch jetzt bereit:
Bis Weihnachten, bis Weihnachten ist´s nicht mehr weit.

Schneidern, Hämmern, Basteln überall im Haus.
Man begegnet hin und wieder schon dem Nikolaus.
Ja, ihr wißt Bescheid! Macht euch jetzt bereit:
Bis Weihnachten, bis Weihnachten ist´s nicht mehr weit.

Lieb verpackte Päckchen überall versteckt,
und die frisch geback´nen Plätzchen wurden schon entdeckt.
Heute hat´s geschneit! Macht euch jetzt bereit:
Bis Weihnachten, bis Weihnachten ist´s nicht mehr weit.

Menschen finden wieder füreinander Zeit.
Und es klingen alte Lieder durch die Dunkelheit.
Bald ist es soweit. Macht euch jetzt bereit:
Bis Weihnachten, bis Weihnachten ist´s nicht mehr weit.

Wie Recht er hatte, ich machte mich auf den Weg, ein paar Besorgungen zu machen!

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Das 18.Türchen

Heute war es sehr kalt und als der kleine Rote in meinen Laden lief, wehte ein eisiger hauch um die Ecke!
Schnurstracks verschwand er hinter der Tür mit der Nummer 18.
Nach langer Zeit erschien er, leicht erschöpft wirkend. Ich bot ihm einen Tee an, doch er schüttelte nur den Kopf: *Muss weiter, es wird langsam eng. Ich MUSS es finden!* Damit verschwand er.
Verwundert, das er heute nichts mitgebracht hatte, sah ich mich um.
Da lag ein Zettel unter der Tür mit der Nummer 18! Halb drunter!
Ich fischte ihn heraus, dabei hatte ich das Gefühl, er würde festgehalten werden!
Gruselig, ein Schauer überkam mich:
Ich ging zur Kasse und las den Zettel:

Der erste Winter
" Komm schon, Mama, ich will gehn!"
Ungeduldig hopste das junge Rehchen hin und her.

Olly war gerade erst alt genug, das "Nest" mit Mama zu verlassen. Er war voller Vorfreude und konnte es nicht erwarten, die Welt um ihn rum zu entdecken! Bis jetzt hatte Mama ihn daheim gelassen, wenn sie wegging, um zu essen oder trinken. Sie warnte ihm immer, recht still zu liegen und zu warten, bis sie wieder bei ihm sei.
Aber endlich war es soweit: Mama wollte ihn herumzeigen. Ollys braune Augen tanzten vor Vergnügen.
"Mama, was ist denn das?" verwundert zeigte er auf mehrere Truthähne die etwas weiter weg herum liefen. "Das sind Vögel, Olly," sagte Mama, " Vögel können fliegen, aber diese Truthähne fliegen nie. Ich weiß nicht , warum."
"Mama, denkst du, der kleine dort will mit mir spielen?" fragte Olly. " Ich denke nicht, Olly, ich habe die noch nie mit uns spielen gesehen, Komm, wir gehen weiter."
Olly folgte der Mama bereitwillig. Seine Augen nahmen alles auf. An einem Grashalm hing eine dicke grüne Raupe. Olly schnüffelte es an, und stieß die Raupe runter, die sich sofort fest an seiner Nase anklammerte.
"Soll das Ding immer an meiner Nase hängen? Es kitzelt, " meinte er. Mama musste grinsen. Sie schob die Raupe runter von Ollys Nase. " Das ist eine Raupe, und die werden bald in der Erde verschwinden, wenn der kalte Winter kommt. Da werden die sich in der Erde verkriechen." "Aber Mama, will der kalte Winter uns auch wehtun? Wann müssen wir uns verstecken?" " Winter ist kein böses Wesen, Olly, sondern eine Jahreszeit, so wie der Sommer, und nun der Herbst. Dann wirst du alles weiß sehen. Es wird schön aussehen." " Das Gras wird weiß sein, die Bäume werden weiß sein, die Blätter werden..." " Mama musste wieder grinsen. "Nein, nein, das wird bloß vom Schnee zugedeckt sein. Grosse Schneeflocken werden vom Himmel fallen und alles zudecken."
Olly lernte sehr viel in den nächsten Wochen. Jeden Tag wurde er stärker und größer. Er wusste, wo er Wasser finden konnte. Wo er frisches grünes Grass und Kräuter essen konnte. Welche Pilze er mochte. Er war sehr stolz auf sein neues Wissen.
Eines Morgens schaute er hoch, und sah , das die Blätter rot waren. " Mam, was ist passiert?" Er war erstaunt. "Nun ist es wirklich Herbst" meinte Mama. " Bald werden die Blätter runter fallen." " Was? Warum denn?" Olly gefiel diese Idee gar nicht. " Das ist aber komisch." " Dafür gibt es mehrere gute Gründe, Olly. Wir werden die Blätter nehmen und unsere Wohnung damit warm machen. Wir können uns damit zudecken. Auch drauf liegen, das ist auch warm. Und die kleinen Mäuschen, die in der Erde wohnen, sind auch froh, das die Blätter alles warm halten." Mama wusste halt einfach alles! Olly wanderte rüber zu einem kleinem Haufen Blätter, und schnüffelte sie an. Die rochen gut! " Liebe Blätter," Olly lächelte sie an.
Eines Morgens wachte er auf und fand weißes, glitzerndes Zeug draußen liegen. " Hallo Schnee! Da bist du ja!" rief er. "Hihi, " Mama kicherte, " Olly, das ist Raureif." Olly leckte es an. " Das ist kalt! Ist Schnee auch kalt?" "Ja, Olly, wenn es schneit, ist es kalt. Wir werden die meiste Zeit zuhause verbringen, wo wir warm bleiben." Mama kannte sich da gut aus. Sie hatten viel gegessen in letzter Zeit, hatten gut zugenommen, und hatten auch ihr warmes, dickes Winterfell bekommen. Olly dachte, das er sehr schön aussah! Mama hatte ihm auch von Menschen erzählt. Eines Tages hatten sie einen Jungen im Wald gesehen. Olly wollte hinlaufen und ihn ansehen. " Olly, die meisten Menschen werden uns nichts tun. Aber manche schießen uns." Mama erklärte es ihm. Olly war sehr erschrocken.
Diesen Morgen, als Olly aufwachte, war es besonders still. Verwundert schaute er sich um. Alles war weiß, und sah ganz fremd aus. " Mama, wach auf, es hat geschneit," meinte er. Vorsichtig trat er auf das weiße, flauschige Zeug. Es war weich, aber kalt. " Mama, was sind das da für Flecken?" Er deutete auf Spuren im Schnee. "Oh, wenn du im Schnee läufst, machst du Spuren." erklärte Mama. Sie wusste einfach alles! "Diese kleinen Spuren sind von einer Maus, und dort, das waren Vögel." Olly guckte und guckte, und dann schaute er hinter sich auf die Spuren, die er im Schnee machte. "So eine gute Idee. Wer hat sich das wohl ausgedacht?" Es gefiel ihm.
Dann sah er eine sehr große, tiefe Spur. "Was...Oh" Er schaute auf, und sah den Jungen, den er schon oft gesehen hatte. Der Junge zog eine Tanne mit sich durch den Schnee. " Ich wusste gar nicht, das Menschen Bäume essen?" wunderte er sich laut. "Hihihi" Mama kicherte schon wieder. "Nein, Olly, die essen den Baum nicht. Sie werden ihn in die Stube stellen, schmücken und helle Lichter reinmachen. Sie machen das für einen besonderen Tag. Ich glaube, es heißt Weihnachten. Dann stellen sie sich hin und lächeln den Baum an. Es muss ihnen gefallen." Mama konnte ihm alles erklären! Er war froh, so eine kluge Mama zu haben.
Olly dachte, das die Menschen komische Dinge taten. Er war froh, das er ein Reh war, hier draußen im schönen Freien mit seiner Familie. Er konnte Spuren in den interessanten Schnee machen, und konnte die funkelnden Sterne über sich am großen Winterhimmel stehen sehen. Die ganze wunderschöne Welt wartete noch, entdeckt zu werden!

Was für eine schöne Geschichte, dachte ich.
Auf dem Heimweg sah ich die Welt auf einmal mit anderen Augen!

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Das 19.Türchen

Heute war es noch viel kälter und als der kleine Rote in meinen Laden lief, wehte ein eisiger Hauch um die Ecke, der mir Gänsehaut verursachte!
Schnurstracks verschwand er hinter der Tür mit der Nummer 19.
Dann geschah... gar nichts!

Nach langer Zeit erschien er, noch erschöpfter als gestern.
Den angebotenen Tee wollte er jedoch auch heute nicht, er begann mir Leid zu tun.
Jeden Tag stürmte er hektisch in meinen kleinen Laden und suchte und suchte, doch was er auch an schönem fand, es war offenbar nie das, was er brauchte.
Er sah mich kurz an und ich sah einen Funken Liebenswürdigkeit in seinen Augen, als hätte er meine Gedanken gehört, doch bevor ich etwas sagen konnte quetschte er ein *Muss weiter, es wird eng. Ich MUSS es finden! Ich MUSS einfach!* und weg war er wieder.

Wieder war er mit leeren Händen aus der Tür erschienen, als ich nachsah, lag wieder was unter der Tür, genau wie gestern!

Eine Zeitung!
Ich fischte sie verwundert heraus, dabei hatte ich wieder das komische Gefühl, sie würde festgehalten werden!
Gruselig, ein Schauer überkam mich!

Ich ging schaudernd zur Kasse und warf noch einen misstrauischen Blick auf meine Türen, dann las den Artikel, der angestrichen war:

Gibt es den Weihnachtsmann?
von Virginia O'Hanlon und Francis Church / New York Sun
Die achtjährige Virginia aus New York wollte es ganz genau wissen.
Darum schrieb Sie an die Tageszeitung New York Sun einen Brief:

"Ich bin 8 Jahre alt. Einige von meinen Freunden sagen, es gibt keinen Weihnachtsmann. Papa sagt, was in der Sun steht, ist immer wahr. Bitte, sagen Sie mir: Gibt es einen Weihnachtsmann?
Gruß Virginia O'Hanlon"

Der Chefredakteur Francis Church antwortete selber auf Virginias Anfrage - auf der Titelseite der Sun:

"Virginia,
Deine kleinen Freunde haben nicht recht. Sie glauben nur was sie sehen; sie glauben, dass es nicht geben kann, was sie mit Ihrem kleinen Geist nicht erfassen können. Aller Menschengeist ist klein, ob er nun einem Erwachsenen oder einem Kind gehört. Im Weltall verliert er sich wie ein winziges Insekt.

Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann. Es gibt ihn so gewiss wie die Liebe und Großherzigkeit und Treue. Weil es all das gibt, kann unser Leben schön und heiter sein. Wie dunkel wäre die Welt, wenn es keinen Weihnachtsmann gäbe! Es gäbe dann auch keine Virginia, keinen Glauben, keine Poesie - gar nichts, was das Leben erst erträglich machte. Ein Flackerrest an sichtbarem Schönen bliebe übrig. Aber das Licht der Kindheit, das die Welt ausstrahlt, müsste verlöschen. Es gibt einen Weihnachtsmann, sonst könntest Du auch den Märchen nicht glauben.

Gewiss, Du könntest deinen Papa bitten, er solle am Heiligen Abend Leute ausschicken, den Weihnachtsmann zu fangen. Und keiner von ihnen bekäme den Weihnachtsmann zu Gesicht - was würde das beweisen? Kein Mensch sieht ihn einfach so. Das beweist gar nichts.

Die wichtigsten Dinge bleiben meistens unsichtbar. Die Elfen zum Beispiel, wenn sie auf Mondwiesen tanzen. Trotzdem gibt es sie. All die Wunder zu denken - geschweige denn sie zu sehen -, das vermag nicht der Klügste auf der Welt. Was Du auch siehst, Du siehst nie alles. Du kannst ein Kaleidoskop aufbrechen und nach den schönsten Farbfiguren suchen. Du wirst einige bunte Scherben finden, nichts weiter. Warum? Weil es einen Schleier gibt, der die wahre Welt verhüllt, einen Schleier, den nicht einmal die Gewalt auf der Welt zerreißen kann. Nur Glaube und Poesie und Liebe können ihn lüften. Dann werden die Schönheit und Herrlichkeit dahinter zu erkennen sein.

"Ist das denn auch wahr?" kannst Du fragen. Virginia, nichts auf der ganzen Welt ist wahrer und nichts beständiger. Der Weihnachtsmann lebt, und er wird ewig leben. Sogar in zehnmal zehntausend Jahren wird er da sein, um Kinder wie Dich und jedes offene Herz mit Freude zu erfüllen.

Frohe Weihnacht, Virginia!
Dein Francis Church"

Der Briefwechsel zwischen Virginia O'Hanlon und Francis P. Church stammt aus dem Jahr 1897. Er wurde über ein halbes Jahrhundert, alle Jahre wieder zur Weihnachtszeit auf der Titelseite der Zeitung gedruckt. Die Sun wurde 1950 eingestellt.

Ich war von der Geschichte so gerührt, das mir Tränen in den Augen standen!

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Das 20.Türchen

Ich hatte schon auf das Klingeln der Glocke gewartet und war darum gar nicht überrascht den kleinen roten Kerl wiederzusehen.
Genau wie an den vorherigen Tagen stürmte er in den Laden ohne mich eines Blickes zu würdigen, schnurstracks ging er auf die Türen zu, sah kurz auf die Hausnummern und verschwand in der Nr. 20.
Es dauert wieder etwas bis er wieder auftauchte, aber dann watschelte er mit einen Zettel in der Hand grummelnd auf mich zu und brummte:
*Was soll denn das? Das kann ich ja gar nicht brauchen. Für so was hab ich keine Zeit.*
Achtlos lies er den Zettel fallen und rauschte zur Tür hinaus.
Er wirkte angespannter denn je.
Was wohl auf dem Zettel stehen mag? Also nahm ich ihn neugierig auf und las die erste Zeile.

Weihnachtspost

Guten Tag, ich hätte gerne diesen Brief von München zu meinem Sohn nach Augsburg geschickt. Meinen Sie, dass er noch rechtzeitig zum 24. Dezember ankommt?

Ich glaube schon.

Was heißt, Sie glauben? Sie sind doch hier ein Postamt.

Natürlich sind wir ein Postamt.

Dann müssen Sie doch wissen, ob dieser Brief bis zum 24. Dezember in Augsburg ist.

Wissen kann das niemand, aber es ist höchstwahrscheinlich.

Heißt das, es könnte sein, dass der Brief bis zum 24. nicht ankommt?

Selbstverständlich.

Sie können also nicht dafür garantieren?

Die Post kann niemals dafür garantieren.

Aber die Post wird doch innerhalb von drei Tagen einen Brief von München nach Augsburg befördern.

Natürlich kann die Post innerhalb von drei Tagen einen Brief von München nach Augsburg befördern.

Na also, dann müsste doch der Brief rechtzeitig zum 24. bei meinem Sohn sein!

Die Zustellung jedes Briefes kann sich durch einen unvorhergesehenen Zwischenfall verzögern, zum Beispiel, wenn der Empfänger verzogen ist.

Aber der Empfänger ist doch mein Sohn.

Trotzdem kann er verzogen sein.

Aber mein Sohn ist nicht verzogen! Sehen Sie, in diesem Brief wünsche ich meinem Sohn ein frohes Weihnachtsfest. Deswegen ist es doch völlig sinnlos, wenn der Brief erst nach Weihnachten ankommt.

Natürlich, denn nach Weihnachten ist Weihnachten ja vorbei.

Eben. Soll ich den Brief vielleicht mit Eilpost schicken?

Eilpost nützt in der Weihnachtszeit gar nichts.

Aber irgendetwas muss man doch tun können.

Nun, ist es Ihnen wirklich so wichtig, dass dieser Brief den Empfänger rechtzeitig erreicht?

Aber ja!

Gut. Dann gebe ich Ihnen einen Tipp.

Und der wäre?

Selbstzustellung.

----Pause----

Selbstzustellung?

In der Weihnachtszeit der absolut sicherste Postweg.

Hochinteressant. Und wie geht das?

Bei der Selbstzustellung fährt der Absender persönlich in den Bestimmungsort und wirft das Postgut eigenhändig in den Briefkasten des Empfängers.

Ach nein? Und Sie meinen, dann kommt der Brief garantiert rechtzeitig an?

Ganz bestimmt.

Dann brauche ich ja nur nach Augsburg zu fahren?

Richtig!

Das ist ja überhaupt nicht weit!

Ein Katzensprung!

Phantastisch! Sie ahnen gar nicht, wie dankbar ich Ihnen bin für diesen Tipp bin.

Keine Ursache. Die Post hilft ihren Kunden, wo immer sie kann!

Kichern schloss ich den Laden ab. Einige Leute sahen mich seltsam an, aber was soll?
Ich überlegte, ob es vielleicht nicht eine schöne Idee sei, einfach mal Weihnachtspost per Selbstzustellung zu liefern. Vergnügt lief ich die verschneite Strasse entlang und nahm mir vor, zumindest bei einigen wenigen Leuten eine Selbstzustellung vorzunehmen. Die würden sich freuen!

**************************************************************************************

Das 21.Türchen

"Guten Morgen" sagte ich, als der dicke, bärtige Kerl laut schnaufend in mein Geschäft polterte. "Hinten links in der Ecke." Ich deutete mit dem Kopf in die entsprechende Richtung, schließlich wusste ich schon, was er suchte. Der Mann verschwand in der Tür mit der Nummer 21, blieb eine Weile dahinter, ein paar Mal hörte ich ihn herzlich lachen ("Ho, ho, ho!"), und nach einigen Minuten kam er mit einem Zettel in der Hand wieder heraus.
*Da, nehme Du das. Aber schön morgen rechtzeitig wieder den Laden öffnen! Ich hab kaum noch Zeit!* er blickte mich leicht besorgt aber doch auch grinsend an und ich wunderte mich schon, aber schon drückte er mir Aspirin in die Hand und ließ mich zwinkernd stehen.
*Rums* sagte die Tür noch und weg war er.
Ich war verwirrt, was mich aber nicht wirklich mehr verwunderte, denn an seltsame Begebenheiten war ich seit diesem Monat fast schon gewöhnt!
Mit hochgezogenen Augenbrauen las ich den Zettel:

Weihnachtskuchen selbst gemacht
Man nehme:
1 Tasse Wasser
1 Tasse Zucker
1 Tasse braunen Zucker
4 grosse Eier
2 Tassen getrocknete Früchte
1 Teelöffel Backpulver
1 Teelöffel Salz
1 Handvoll Nüsse
1 Zitrone
1 Liter Whisky
Zubereitung:
Zunächst kosten Sie den Whisky und überprüfen so seine Qualität.
Nehmen Sie dann eine große Rührschüssel zur Hand.
Währenddessen probieren Sie nochmals den Whiskey und überzeugen sich davon, dass er wirklich von bester Qualität ist.
Giessen Sie dazu eine Tasse randvoll und trinken Sie diese aus.
Wiederholen Sie diesen Vorgang.
Schalten Sie den Mixer an und schlagen Sie in der Rührschüssel die Butter flaumig weich.
Fügen Sie einen Löffel voll Zucker hinzu.
Überprüfen Sie, ob der Whisky noch in Ordnung ist. Probieren Sie dazu nochmals eine Tasse voll.
Mixen Sie den Schalter aus!
Brechen Sie 2 Eier aus und zwar in die Schüssel.
Hau´n Sie die schrumpligen Früchtchen mit rein.
Malten Sie den Schixer an.
Wenn das blöde Obst im Trixer stecken bleibt, lösen's des mit 'nem Traubenschier.
Überprüfen Sie den Whisky auf seine Konsissstenzzzz...
Jetzt schmeissen Sie die Zitrone in den Hixer und drücken ihre Nüsse aus.
Fügen Sie eine Tasse hinzu.
Zucker, alles.
Was auch immer...
Fetten Sie den Ofen ein.
Drehen Sie ihn um 350°.
Schlagen Sie auf den Mixer, bis er ausgeht.
Werfen Sie die Rührschüssel aus dem Fenster und überprüfen Sie den Geschmack des übrigen, abgestandenen Whiskys.
Gehen Sie ins Bett und pfeifen Sie auf den Kuchen – ziehen Sie sich prophylaktisch 3 Aspirin rein...
Aha, dafür hatte er mir also die Packung Aspirin in die Hand gedrückt und mich ermahnt auch schön brav morgen früh wieder auf der Matter zu stehen!
Der Schelm!
Ich grinste.
Der Kleine Rote hatte doch tatsächlich Humor!

********************************************************************************

Gestern Abend habe ich die letzten Geschenke verpackt, versteckt und nun muss ich nur noch am Weihnachtstag alle wiederfinden...
Ist mir schon passiert, dass ich Sachen übers Jahr gekauft und versteckt habe und sie erst an Ostern wiedergefunden hatte... Einen schönen vierten Advent... eure Erzählerin!
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